Studentische Arbeiten strukturieren


Wenn Sie als Student gerade an Ihrer Bachelor- oder Masterarbeit sitzen und überlegen, wie Sie das Ganze am besten sinnvoll strukturieren, könnten Ihnen die folgenden Tipps hilfreich sein. Wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass Sie die vorangehenden Schritte (z. B. Finden eines Themas, Auswahl der zu verwendenden Literatur usw.) bereits abgeschlossen haben.


1. Gliederung

An erster Stelle steht natürlich die Gliederung, also eine grobe Vorformulierung des Aufbaus Ihrer Arbeit. Stimmen Sie die Gliederung am besten mit Ihrem Prüfer ab. So können Sie sicherstellen, dass alle für Ihr Thema relevanten Punkte abgedeckt sind. Fragen Sie auch nach, wie er sich die inhaltliche Gewichtung der einzelnen Kapitel vorstellt, also wie umfangreich die jeweiligen Teile in etwa ausfallen sollen. Auf diese Weise vermeiden Sie, sich in unwichtige Details zu verrennen und wesentliche Inhalte zu vernachlässigen.

2. Arbeitsdokument

Erstellen Sie anhand Ihrer Gliederung ein Arbeitsdokument, z. B. in Word. Legen Sie für jedes Kapitel bzw. Unterkapitel eine eigene Seite an, die Sie mit einer entsprechenden Überschrift versehen. Fügen Sie im Anschluss jeweils einen manuellen Seitenwechsel ein (in Word: „Einfügen“ → „Seitenumbruch“). Die einzelnen Seiten werden später mit Notizen, Stichpunkten und Quellenangaben gefüllt, und die Seitenumbrüche sollen Ihnen dabei helfen, die Übersicht zu wahren.

3. Materialsammlung

Nun geht es daran, Ihr Arbeitsdokument zu befüllen. Beginnen Sie damit am Anfang oder suchen Sie sich ein Kapitel aus, zu dessen Inhalten Sie sich bereits ein paar Gedanken gemacht haben. Gehen Sie Ihre Literatur durch und notieren Sie alle Punkte, die Sie für Ihre Argumentation als wichtig und sinnvoll erachten, auf der jeweiligen Seite. Dazu reicht in der Regel ein Begriff oder ein kurzer Satz, den Sie mit einer Quellen- und Seitenangabe versehen. Auf diese Weise finden Sie sich später jederzeit wieder zurecht und haben auch gleichzeitig die nötigen Daten für Ihre Fußnoten parat.

4. Digitale Quellen und Zitate

Wenn Sie mit digitalen Quellen arbeiten, können Sie die entsprechenden Elemente auch in Ihr Dokument kopieren, aber verwenden Sie dafür eine andere Farbe, z. B. Rot, damit Sie später wissen, dass Sie diese Formulierungen so nicht verwenden dürfen. Beschränken Sie sich dabei auch auf das Wesentliche, also z. B. einzelne Sätze statt ganzer Absätze. So bleibt Ihr Dokument übersichtlich. Auch bei wörtlichen Zitaten empfiehlt sich eine unterschiedliche Farbe, z. B. Grün. So können Sie sie später direkt übernehmen und entsprechend kennzeichnen.

5. Optische Strukturierung

Verwenden Sie für jeden inhaltlich zusammenhängenden Punkt eine neue Zeile und setzen Sie Themenblöcke durch eine Leerzeile ab. Alternativ können Sie natürlich auch eine andere Art der Strukturierung nutzen, wenn das für Sie besser funktioniert. Wichtig ist, dass sie später jederzeit erkennen können, welche Punkte inhaltlich zusammengehören und welche einen neuen Themen­bereich betreffen.

6. Ergänzungen

Wenn Sie im Laufe Ihrer Recherchen auf Inhalte stoßen, die Sie für andere Kapitel als wichtig oder ergänzend erachten, notieren Sie diese gleich an entsprechender Stelle in Ihrem Dokument. Gleiches gilt für Zusammenhänge, die sich Ihnen während der Quellen­auswertung erschließen und die Sie besonders hervorheben möchten. Vermerken Sie diese ebenfalls an passender Stelle unter Verwendung einer weiteren Farbe, z. B. Blau.

7. Restrukturierung

Im Laufe Ihrer Recherchen werden Sie bereits begonnen haben, Teile Ihrer Arbeit „im Geiste“ zu schreiben. Gehen Sie also Ihre Materialsammlung am Ende noch einmal Kapitel für Kapitel durch und strukturieren dabei die einzelnen Themenblöcke so um, wie es Ihnen für Ihren roten Faden am sinnvollsten erscheint. Dies bezieht sich normalerweise auf die Struktur innerhalb eines Kapitels, aber möglicherweise fällt Ihnen im Nachhinein auch auf, dass bestimmte Elemente in einem anderen Kapitel besser aufgehoben sind.

8. Ausformulierung

Wenn Ihre Recherchen abgeschlossen sind und Sie Ihr Arbeits­dokument mit allen wichtigen Punkten gefüllt haben, nutzen Sie es als Vorlage für Ihre Formulierungen. Sie können es z. B. ausdrucken und zum Schreiben neben sich legen. Die einzelnen Punkte werden dann nach der Bearbeitung durchgestrichen oder abgehakt. Alternativ können Sie auch direkt in ihrem Dokument mit dem Schreiben beginnen. Lassen Sie dabei aber alle Themenblöcke so lange stehen, bis sie komplett ausformuliert und mit Quellen­angaben versehen sind. Achten Sie auch darauf, dass die Überschriften, Absätze usw. der vorgegebenen Formatierung entsprechen und dass am Ende keine Notizen in Ihrer Arbeit stehen bleiben.

Kommentare